Ausgangslage
WALL-E baut und betreibt Lade- und Energielösungen für Unternehmen, Immobilien und Flotten – vom Aufbau der Hardware bis zum laufenden Betrieb im eigenen Charging Portal. Für die Software-Schicht brauchte WALL-E kein fertiges SaaS-CPMS von der Stange, sondern eine Plattform, auf der sich ein eigenes, mandantenfähiges CPMS aufbauen und für unterschiedliche Kundeninstanzen betreiben lässt.
Typische Mandanten sind Banken, Premium-OEMs und Logistikunternehmen: Einsatzfälle, die nicht nur Funktionsumfang, sondern vor allem Skalierung und Migrationssicherheit verlangen – bis zu 8.000 Ladepunkte pro Kunde, bestehende Backend-Betreiber und ein Betrieb, der während des Wechsels nicht stehenbleiben darf.
Lösung: OCPP Broker und OCPP Server als Plattform-Fundament
Als Fundament setzt WALL-E den NeLeSo OCPP Server und den NeLeSo OCPP Broker ein. Der Server bildet das OCPP-Backend, auf dem WALL-E die eigene CPMS-Logik und das Serviceportal aufbaut. Der Broker entkoppelt Ladepunkte von einzelnen Backend-Instanzen: Routing, Parallelbetrieb und schrittweise Umschaltung werden zu steuerbaren Vorgängen statt zu einem Big-Bang-Stichtag.
Die Architektur ist mandantenfähig: WALL-E kann unterschiedliche Kunden und Betriebsmodelle auf derselben Plattform-Basis abbilden – ohne für jedes Projekt eine eigene OCPP-Stack-Entwicklung starten zu müssen. Offene APIs erlauben es, das WALL-E Serviceportal und weitere Systeme an die Plattform anzubinden.
Migration über den Broker statt Big Bang
Bei großen Flottenkunden – Banken, Premium-OEMs und Logistikunternehmen – läuft die Lösung hochskalierbar in Azure, mit bis zu 8.000 Ladepunkten pro Kunde. Vor dem Wechsel sind häufig zwei oder mehr bestehende Backend-Betreiber im Spiel. Statt alle Charger an einem Stichtag umzuhängen, wird zuerst der OCPP Broker dazwischengeschaltet: Alle Ladepunkte werden auf den Broker umgezogen und weiterhin zum jeweiligen Alt-Backend geleitet.
Erst als dieser Zwischenzustand stabil läuft – Verbindungen, Sessions, Betriebsabläufe – beginnt die schrittweise Migration auf den eigenen CPMS-Server. Pro Gruppe oder Standort lässt sich umschalten, beobachten und bei Bedarf zurücknehmen. Die Ladepunkte merken vom Backend-Wechsel nichts; der Broker bleibt die konstante Gegenstelle.
Dieser Pfad reduziert das typische Migrationsrisiko erheblich: Der kritische Schritt „alle Charger umziehen“ ist vom Schritt „neues Backend produktiv schalten“ entkoppelt. Stabilität lässt sich beweisen, bevor der operative Cutover folgt.
Serviceportal in wenigen Tagen angebunden
Über die API des Brokers konnte WALL-E das eigene Serviceportal anbinden und innerhalb weniger Tage einen operativen Überblick über den Bestand gewinnen – Status, Sessions und die für den Betrieb relevanten Ereignisse, ohne erst eine vollständige Custom-Integration gegen jedes Alt-Backend bauen zu müssen.
Genau das ist der Nutzen einer entkoppelten Plattform: Betriebswerkzeuge und CPMS-Oberflächen hängen am Broker bzw. an klaren APIs, nicht an der Internas des jeweils noch laufenden Alt-Systems.
Ergebnis
WALL-E verfügt über eine Plattform, mit der sich ein eigenes, mandantenfähiges CPMS betreiben und für Banken, Premium-OEMs und Logistikunternehmen skalieren lässt – mit bis zu 8.000 Ladepunkten pro Kunde. Der Migrationspfad in der Praxis: Broker zuerst, Stabilität sichern, dann schrittweise auf den eigenen Server in Azure.
Screenshots aus Portal und Betrieb folgen in Kürze auf dieser Seite.